Eine Runde Heilfasten | Detox auf allen Ebenen

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„Heilfasten, die Königin der Fastenkuren“ – damit wurde ich bei meiner 7-tägigen Heilfastenkur nach Buchinger im Hotel Kastenholz begrüßt. Auf der Website las ich „beim Heilfasten geht es nicht nur um die körperliche, sondern auch um die geistige Reinigung. Keine andere Maßnahme erfordert eine ähnlich starke Willenskraft und kaum eine andere Methode konfrontiert so stark mit den eigenen Süchten, Emotionen und Gedankenspiralen wie das Fasten.“ Das kann ich unterschreiben.

Schon seit Jahren spiele ich mit dem Gedanken eine Heilfastenkur anzugehen – quasi als Special Heavy Extreme Detoxing. Doch hatte ich immer Angst, dass ich eine solche Kur mit meiner Konstitution nicht einfach mal so bewältige. Da ich sehr schlank bin, fragte ich mich, ob ich diese 5 Fastentage überhaupt durchstehen konnte. Viel Puffer hatte ich nicht. Für mich war eine Gewichtsreduktion auch nicht der ausschlaggebende Faktor, der FÜR eine Heilfastenkur sprach. Mir ging es vor allen Dingen um die Reinigung meines kompletten Systems und die enorme Entlastung der Entgiftungsorgane wie Lungen, Leber, Nieren, Darm. Da ich, wie im letzten Beitrag zur Darmsanierung erläutert, häufig Antibiotika nehme musste, wollte ich meinem Körper eine weitere Wellnessbehandlung geben mit dem Fasten – auf das sämtliche Gifte, Schlacken und Schmodder meinen Körper verlassen und die Selbstheilungskräfte wieder aktiviert werden, die unter dem Antibiotika sowie dem ein oder anderen Ernährungsausrutscher der letzten Jahrzehnte gelitten haben.

So stand die Entscheidung schon im Dezember 2019 fest: ich mache im Frühjahr eine Fastenkur! Welche Kur wusste ich noch nicht ganz genau zu diesem Zeitpunkt. Ich schwankte zwischen Basenfasten, der ayurvedischen Panchakarma und eben Heilfasten nach Buchinger. Doch dann sagte ich mir, wenn ich das Heilfasten jetzt nicht ausprobiere, dann vermutlich nie. Raus aus der Komfortzone und einfach Schritt für Schritt vorgehen. Sollte es mir gar nicht gut gehen, kann ich auch jederzeit abbrechen. Gesagt getan: Hotel Kostenholz an der Eifel gebucht. Dort gibt es reichlich Natur, was mir sehr wichtig war für meine Spaziergänge. Die Hardcore Variante also: Heilfasten nach Buchinger.

Welche Effekte hat das Heilfasten?

Das Fasten hat einen ganz besonderen Effekt – es aktiviert die körpereigene Müllabfuhr, indem es die Zellreinigungsprozesse (Autophagie) ordentlich ankurbelt. Aber auch folgende positive Wirkungen sind zu vermelden:

  • Aktiviert die Selbstheilungskräfte
  • Senkt Entzündungen (Arthrose, Reflux und Arthritis)
  • Nimmt Schmerzen
  • Hebt die Stimmung
  • Senkt den Blutdruck
  • Reguliert Blutzucker und Insulinproduktion
  • Regt Fettabbau an
  • Zuckerstoffwechsel wechselt auf Fettstoffwechsel

 

Hier empfehle ich die ARTE Dokumentation zum Heilfasten und welche Erfolge damit erzielt werden können – sehenswert!

Wie läuft das Heilfasten ab?

Da ich eine Woche gebucht hatte, bestand die Kur aus 5 Fastentagen mit 2 anschließenden Aufbautagen. Hier wird der Körper wieder behutsam an feste Nahrung gewöhnt. Wer denkt nach dem Heilfasten direkt ins nächste Restaurant einfallen zu können, um sich ein schönes Stück Fleisch zu gönnen, tut sich nichts Gutes. Das gute Stück wird ziemlich sicher ohne große Umwege den nächsten Ausgang bzw. Eingang benutzen. Kann man sich also gerne ersparen – und dem Stück Fleisch ebenfalls.

Pro-Trick: Idealerweise sollte man schon vor der Kur den Darm entlasten und leicht entgiften, dann wird es nicht so schlimm mit der Fastenkrise. Sprich, kein Zucker, Alkohol, Nikotin, tierische Produkte. Bei mir grundsätzlich kein Thema, daher Fasten, Marsch! Wobei ich zugebe am Vorabend ein Treffen mit Freunden gehabt zu haben beim Spanier mit ordentlich Aioli… Mehr muss ich wohl nicht erzählen. Sagen wir so, das Fasten hat das nicht gerade vereinfacht 😉 Das nächste Mal würde ich das anders timen.

Grundsätzlich ist der Tagesablauf ziemlich klar geregelt. Am ersten Morgen nimmt man Bittersalz zu sich, um den Darm zu leeren und schon mal das Gröbste an „Schlacken“ loszuwerden. Bei mir hat das nicht gleich angesetzt, sondern erst am Nachmittag. Hier ist jeder unterschiedlich.

An den nächsten Tagen nimmt man statt des Bittersalzes nun Cassia Fistula (C.F.) jeweils um 07:00 Uhr morgens. Cassia Fistula wird auch Manna-Stange, Indischer Goldregen oder Röhren-Kassie genannt. Ich kannte diese Gattung der Hülsenfrüchte nicht. Beim Fasten wird C.F: verwendet aufgrund ihrer blutreinigenden, zellreinigenden und abführenden Wirkung. Ein außerordentlich bemerkenswertes Gewächs. Wer sich weiter einlesen möchte, kann das gerne hier tun.

Eine Stunde danach ist es Zeit für das „Frühstück“ mit einem selbst erstellen Gemüsesaft (250 ml) aus dem Entsafter, da alles Feste herausgefiltert sein muss. Ansonsten wäre es kein Fasten. Ich habe mir rote Beete, Karotten, Selleriestangen, Ingwer und meist noch einen Apfel entsaftet. Das war so lecker und an den Fastentagen wirklich das Tageshighlight 😉 Man wird für die kleinen Dinge unfassbar dankbar. Auch ein schöner Nebeneffekt vom Fasten. Mittags und abends gab es jeweils eine warme Gemüsebrühe (250 ml) oder Gemüsetee, wie ich scherzhaft dazu sagte. Im Grunde Wasser mit Gemüsegeschmack.

Das war am ersten Tag noch nicht weiter tragisch. Am zweiten Tag merkte ich den Nahrungsentzug dann schon mehr und am dritten Tag erwischte mich dann die gefürchtete „Fastenkrise“. In dieser Zeit kommt es zum Blutdruckabfall, Kreislaufproblemen, Müdigkeit, Schwindel sowie Kopfschmerzen können auftreten. Der Körper entgiftet was das Zeug hält – insofern darf man das als gewünschte Wirkungen betrachten und nicht den Mut verlieren. Durchhalten heißt die Devise! Weiterhin konnte ich nicht schlafen, hatte einen ekligen Geschmack im Mund und bekam Pickel im Gesicht. Meine Ich haderte, ob ich abrechen solle, aber meine Willenskraft und der Zuspruch der Mitfastenden war stärker. Hilfreich waren außerdem die vielen Bewegungs- und Entspannungskurse, welches das Hotel Kastenholz seinen Gästen anbietet. Die Morgengymnastik habe ich einmal mitgemacht und danach beschlossen, dass ich vor dem Frühstück zu wackelig auf den Füssen bin und das doch besser bleiben lasse. Stattdessen zog ich Yoga und die Klangschalen-Entspannung vor, welche ich total genossen habe. Danach war ich super entspannt, was sich positiv auf das Detoxen auswirkt. Zusätzlich habe ich mir eine Entgiftungsmassage gegönnt, um die Lymphe zum Abtransport der Schlacken und Giftstoffe anzuregen. Die Massage erinnerte an eine Lymphdrainage mit starker Rückenmassage samt Schröpfen. Sehr wohltuend. Weiterhin hatte ich noch eine Energie-Rosenöl-Massage, die eher auf Entspannung abzielte. Die Haut ist unser größtes Organ und trägt ebenfalls zur Entgiftung bei. An sie sollte bei einer Detoxkur ebenfalls gedacht werden. Hier sind auch Saunagänge zu erwähnen, die ich regelmäßig gemacht habe. Allerdings bevorzuge ich die Bio-Sauna mit rund 60-70 Grad, das genügt mir persönlich an Hitze.

Ansonsten habe ich mich die ersten drei Tage immer mehr zurückgezogen, da ich Ruhe und meine Kräfte brauchte. Im Körper ist in dieser Zeit einiges los, soviel steht fest. Zum Glück konnte ich mich immer wieder mit anderen Kurgästen beim Mittag- oder Abendessen austauschen. Einige Fastenerfahrene waren mit von der Partie und durften immer mal wieder eine Q&A mit den „Neuen“ machen. Die Heublumenwickel als Leberwickel zur Mittagszeit dienten zur besseren Durchblutung der Leber und zur Förderung der Entgiftung. Die Heilerde Bentonit, die ich zweimal täglich einnahm um die Giftstoffe und Schwermetalle im Darm zu binden und auszuscheiden, ist weiterer Bestandteil des Entgiftungsprogramms. Statt Bentonit kann man auch Zeolith nehmen, welches ich persönlich im Selbstversuch als angenehmer empfand. Ach ja, und zu guter Letzt: Einläufe mit grünem Kaffee! Der Shit, im wahrsten Sinne. Für mich war das der Gamechanger schlechthin bei meiner Fastenkrise. Anschließend ging es mir schlagartig besser. Wirklich, ungelogen, ich schwöre!!! Keine Angst vor Einläufen. Kann man auch einfach mal so machen. Manchen hilft das bei Migräne. Der Darm bindet schon viele Giftstoffe und mit dem Einlauf wird der Schmodder sofort nach draußen katapultiert. Bäääm! So gehört sich das. Alles was man dafür benötigt, ist ein Irrigator ⭐ (Einlaufset), welches ich mal verlinke. Viel trinken gehört zum Entgiftungsprogramm ebenso dazu.  

Detox und Fasten beschränkt sich nicht nur auf die körperliche Ebene, sondern vor allem auch auf die geistige. TV und Internet sind genauso zu meiden wie Nahrung. Mir gelang das mit dem Internet nur zeitweise, da ich mir feste Internetzeiten gesetzt hatte. Das war ein guter Kompromiss für mich. Vorteilhaft ist es auch Bücher zu lesen, die sich um geistige Themen, Emotionen, Glaubenssätze, Persönlichkeitsentwicklung drehen. Das fördert auch den geistigen Detox und stellt keine Ablenkung dar. Ich habe unter anderem das Buch „Dein Weg zur Selbstliebe“ ⭐ gelesen von Robert Betz, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Rückzug, Erholung und Schonung sind beim Fasten absolut essentiell, da die Konzentration und Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt ist und man auf Sparflamme läuft. Ich wollte nur meine Ruhe und hier und da ein paar Spaziergänge mit frischer Luft für den Kreislauf. That´s it.

Am 4. und 5. Tag hatte sich doch tatsächlich das sagenumwobene „Fasten-High“ bei mir eingestellt. Ich wurde von Glückshormonen durchströmt und hatte wieder mehr Energie – nicht zum Bäume ausreißen, aber definitiv mehr als die Tage zuvor. Wenn der Körper auf den Fettstoffwechsel (Ketonkörper als Energie, nicht mehr Zucker) läuft, hat das so seine Vorteile. Ich war komplett klar im Kopf. Das war ein großartiges Gefühl. Hormonell sinkt das Stresshormon Cortisol und das Glückshormon Serotonin wird ausgeschüttet – fertig ist der Hormoncocktail für das Fasten-High. Hier auch gleich der Hinweis: bei einer Nebennierenschwäche ist Fasten nicht zu empfehlen. Durch die Unterzuckerung bedeutet das noch mehr Stress für die Nebennieren.

Das Fastenbrechen erfolgte am Tag 6 bei mir. Mittags gab es den wohl köstlichsten, schmackhaftesten Apfel, den ich je gegessen habe. Viele Fastenende berichten von einem besseren Geschmacksempfinden – und auch ich kann das bestätigen. Es war eine Freude diesen Apfel zu essen und abends dann eine richtige Suppe. Wie ein kleines Kind habe ich mich diebisch darauf gefreut, nicht in Worte zu fassen. Ein „Abfasten“ ist ratsam, um den Darm langsam wieder an seine Aufgaben zu gewöhnen. Andernfalls hat man mit Übelkeit zu kämpfen. Zuhause gab es Suppen und frisches, gedünstetes Gemüse. Alles leicht und zunächst ohne tierische Produkte. Am 5. Tag des Abfastens hatte ich dann mein erstes Ei und schon etwas größere Portionen. Der Magen hatte sich verkleinert und verträgt nun kleiner Portionen.

Fazit: Heilfasten vorüber – wie geht es weiter?

Da man so auf gesund eingestellt ist nach dem Fasten, bietet sich eine 3-wöchige basische Ernährungsumstellung an. In dieser befinde ich mich gerade – nach dem 80:20 Prinzip. 80 % basisch, 20 % gute Säurebildner. Wir befinden uns nach Fasching, Karneval, Fastnacht (je nach Region bitte die passende Bezeichnung nehmen) sowieso in der Fastenzeit, daher passt das prima. Ich werde dran bleiben bis Ostern. So mein Ziel.

Aber man kann auch hin und wieder einen Fastentag einlegen mit Gemüsebrühe oder Gemüsesäften. Alternativ schwören manche auf einen Gemüse- oder Obsttag. Wichtig hierbei ist nur entweder ausschließlich Gemüse oder eben Obst zu verzehren. Es muss also nicht gleich die große Hafenrundfahrt sein.

Für mich war es eine Erfahrung, die ich nicht missen will. Der Körper ist einfach wunderbar und zieht mit, sofern der Geist stark und klar ist. Bei meinen Mitfastenden waren alle Konstitutionen dabei und jedes Alter. Somit kein Hindernis, falls auch ihr das Fasten ausprobieren wolltet. Ich bin absolut davon überzeugt und werde sicherlich zum Wiederholungstäter. Wichtig ist nur, dass man zu diesem Zeitpunkt auch wirklich fit ist und sich dem stellen kann und will. Alles andere macht keinen Sinn und verspricht auch kein Erfolgserlebnis. Ich konnte bemerken, dass sämtliche Schmerzen und leichte Wehwehchen beim Fasten komplett weg waren. Nicht verwunderlich also, dass einige Hartgesottene bis zu 3 Wochen fasten. Ok, mir wäre das zu Hardcore, aber ich kann es nachvollziehen.

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